22. Februar 2015 Schmerzen und Aua

Schmerzern: Eine Beule kommt selten allein

Wenn Kinder Kinder sind, dann sind Unfälle und die damit verbundenen Schmerzen vorprogrammiert. Wir Eltern sind dabei nur für die Schadensbegrenzung zuständig.

Kinder sind angstfrei, unbekümmert, leichtsinnig, neugierig, und ziemlich tollpatschig. All das ist völlig normal und auch gut so. Es wird die Welt erkundet und Grenzen ausgetestet. Das Kind ist einfach Kind, wie man doch immer gerne sagen pflegt. Kommt es dann zu Blessuren, werden sie von uns weggeküsst und alles ist wieder gut – meistens.

Aua vs. Schmerzen

Natürlich kommt es auch immer drauf an was unsere Sprösslinge genau angestellt haben. Arm-ab kann man nicht schön reden, um es mal krass auszudrücken. Kleine Wehwehchen ala Kopfstoßen bis zum mittleren Niveau werden mit eine Lolli weggezaubert, doch Armbrüche, Gehirnerschütterungen und verdreht Füße sind kein Fall für Papas Naschtüte, sondern gehören vom Doktor untersucht.

Leider sind die Verletzungen nicht immer ersichtlich, so dass einem 2 Möglichkeiten gegeben sind:

  1. Ferndiagnose durch Erfahrung und Eigenrecherche (kein optimaler Rat, jedoch zu 95% zutreffend)
  2. Sofortiger Abbruch aller Tätigkeiten und Fahrt zum Arzt oder ggf. gleich ins Krankenhaus.

Die Ruhe selbst

Oftmals musste ich feststellen, dass gerade im ersten Jahr, Ärzte nicht mit den Problemen der Babys/Kinder zu kämpfen hatten, sondern mit der Beruhigung der Mutter. Ja, liebe Frauen (falls das hier auch Mütter lesen sollten), ihr seit da ein wenig (ich untertreibe) anfälliger als wir Papas.

Kind fällt hin und Kind schlägt sich Knie blutig.

Mama: „Oh Gott, mein Kind. Hörst du mich – kannst du Arme, Beine bewegen?“
Papa: „Arme, Beine noch dran?“
Kind: nickt 2x
Papa: „Dann ist ja alles gut“
Mama: böser Blick zu Papa

Bisher passten meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen aus meinem Umfeld genau auf dieses kleine Beispiel. Lasst mich aber noch einmal dazu sein, lieber dreimal zum Arzt zu viel laufen als irgendwann mal einmal zu wenig.

Trösten und Ablenkung

Wie eingangs schon angedeutet, sind kleine Blessuren wie Beulen und Co mit Trösten und Zucker in jeglicher Form zu heilen. Ist der Drops schon vorher gelutscht, halb bisher bei uns die direkte Konfrontation mit dem „Bösewicht“. Sprich, der Verursacher der Beule (oder sonst eine Verletzung).

Hat sich meine kleine Maus den Kopf am Tisch gestoßen, ging ich mit ihr zum Tisch und habe auf den Tisch geklopft um das harte Holz zu demonstrieren. Dabei sage ich wie böse doch dieser Tisch ist, und wieso muss der ausgerechnet heute exakt an diesem Punkt stehen, wo doch der Kopf dort auftauchen wollte. Die Situation löst sich fast immer mit Lachen auf.

Schmerzen einbilden

Hat das Kind erst einmal raus dass es Trost, totale Aufmerksamkeit und evtl. auch Zucker bekommt wenn es sich verletzt, kann das schnell Mittel-zum-Zweck werden. Plötzlich tut alles weh, und das Bonbon wird selbst nach den zu engen Schuhen eingefordert. Dies gilt es natürlich zu unterbinden. „Nein, das tut nicht weh..“. Sollte es tatsächlich weh tun, dann wird es nicht aufhören. Du kennst dein Kind am besten, lass dich nicht verarschen.

Wunderbar ist auch zu beobachten (ich kenne bisher keine Ausnahmen), dass viele kleine Auas erst wirklich zu Schmerzen werden, wenn Erwachsene sie als solche deklarieren. Fällt das Kind beim Laufen hin, vergehen erst ein paar Sekunden bis realisiert wird was geschehen ist. Oft folgt nur der Schock über die Situation. Wird dies dann durch das Aufschreiben von dir als Papa bestätigt, wird das Jucken am Knie zum richtigen Schmerz und das Geschrei ist groß.

Besser wäre, ruhig nachzufragen, ob alles OK sei mit anschließender Verklickung, dass das was passiert ist gar nicht so schlimm so. Gleich wieder auf die Beine helfen oder dabei stehen und fragen, ob es denn ginge wieder aufzustehen. Siehe da, fast immer steht das Kind auf und läuft fröhlich weiter.

Unvermeidbarer Schmerz

Richtige Schmerzen und kleine Wehwehchen lernen wir mit der Zeit bei unseren Kindern richtig einzuschätzen. Wenn Scherzen durch Fieber oder Zahnung auftreten, sind sie nicht einfach wegzulachen. Dies sind Situationen, da muss man ständig und intensiv das Kind trösten und Nähe geben, damit es weiß, dass es mit den Schmerzen nicht allein ist. Neben angemessene Medikamente und Hausmittel helfen in diesen Situationen oftmals auch nur Zeit und Muße.

Heikel sind auch seelische Schmerzen. Der Papa bringt die Kleine in die KiTa und will die Stätte anschließend verlassen. Das Kind denkt, ihr Vater wird nie wieder zurückkommen – was natürlich nicht stimmt. Das Geschrei ist dementsprechend groß und man sieht sein eigenes Fleisch und Blut leiden, als würde es gleich sterben. Möchte man dies irgendwie nicht mehr haben und ein „normales“ Leben mit KiTa, Arbeit und Co erleben, muss man hart sein und nach dem ersten, zweiten Trösten einfach aus die Tür gehen. Gerade Mütter, die dann noch Minutenlang beim Kind bleiben oder die Tag des 1. Alleine-lassen verschieben, machen es dem Kind noch schwerer und das Leiden wird hinausgezögert und verstärkt.

Fazit

Unsere Kinder werden wie wir alle noch oft Scherzen ertragen müssen und weinen. Wir können sie nur trösten und unterstützen, und dabei ist Mit-leiden nicht immer der richtige Weg.

Wie immer gilt, dies sind meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke. Ich bin kein Arzt oder Psychologe.

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